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Aktuelles

Vor 30 Jahren erschienen die "Dynamischen Systeme". Vor 20 Jahren habe ich die "Systemische Psychologie" vorgeschlagen

01.2024 / Jubiläumsjahr

Zwei meiner wissenschaftlichen Schlüsselwerke feiern 2024 Jubiläum. Vor 30 Jahren – also 1994 – erschienen die „Dynamischen Systeme“. Ich war noch Student und durfte auf Augenhöhe mitdiskutieren, habe tatsächlich ca. das halbe Buch geschrieben, das Layout gemacht, alle Grafiken erstellt und so weiter. Erstmals – weltweit – wurden neueste Verfahren der Chaosforschung innerhalb der Psychologie diskutiert und im Rahmen eines empirischen Forschungsmodells positioniert. Aber die gerade eben in der Physik entwickelten Algorithmen waren derart neu, dass sie für uns unerreichbar waren. Physiker die wir um Hilfe baten, haben uns zunächst nur ausgelacht. Psychologische Daten seien zu unsauber („Da habt ihr ja butterweiche Daten!“) und die Zeitreihen angeblich zu kurz. Niemand hatte Erfahrungen mit der Chaosanalyse psychologischer Verhaltensdaten. Also habe ich angefangen die Algorithmen Schritt für Schritt selbst zu programmieren. Es gab ja kein Internet mit Quellcode zum Herunterladen. Es gab nicht einmal Computer am psychologischen Institut in Münster. Zunächst hatte nur ich einen und den hatte ich mir als studentische Hilfskraft selbst gekauft. Erste Erfolge stellten sich ein. Grafische Darstellungen meiner Analysen, die ich komplett selbst programmieren musste (weil es dazu eben keine Software gab), wurden von Peter Sloterdijk als CD-Cover für einen seiner philosophischen Vorträge verwendet (LINK oder LINK). Inzwischen wollten auch die Physiker mitmachen und haben mich danach mehrfach von gemeinsamen Fachartikeln heruntergestrichen. Ich war ja nur der Student. Meine eigene Software wuchs und findet sich hier (LINK). Ab der Jahrtausendwende wurde die verlässliche und objektive Analyse unserer „butterweichen“ Daten immer besser. Meine Dissertation konnte ich 2004 – also vor 20 Jahren – einreichen. Im ersten Teil der Promotion entwerfe ich eine „Systemische Psychologie“ die diesen Namen tatsächlich verdient. Im zweiten Teil liefere ich die weltweit erste und einzige vollständige chaostheoretische Analyse der Interaktionsdynamik zweier Psychotherapien. Der erste Teil erschien als Buch und ist nun – 20 Jahre später – als neue Auflage verfügbar (LINK). Die empirischen Analysen wurden übernommen in Haken und Schiepek (2006/2010). Eine Zusammenfassende Neuinterpretation findet sich hier (LINK).

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Bücher-Karussell ...

Die Potentiale von Chaos nutzen

04.2023 / Managementkompass

Der Umgang mit Chaos und Komplexität gehört zu den zentralen Herausforderungen unserer Zeit. Während Unternehmen gut darin sind, Komplexität zu bekämpfen, fehlen ihnen häufig Ideen, wie sie von Chaos profitieren können. Die zentrale Botschaft der Komplexitätsforschung lautet, dass Komplexität immer existieren wird: Sie ist eine Eigenschaft unserer Welt, die nicht verschwindet, wenn mehr Daten oder bessere Vorhersagemodelle vorliegen.
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Bei lebenden Systemen ist Komplexität deshalb oftmals ein Zeichen von Gesundheit und eine starre Ordnung eher ein Hinweis auf Dysfunktion. Das ist gar nicht so erstaunlich, wenn man sich vor Augen führt, dass der Tod das Ende komplexer Lebensvorgänge bedeutet.

Komplexität hat also ihre positiven Seiten: Aber wie viel ist genug oder sogar zu viel? Die Forschung zeigt, dass Systeme nur dann überlebensfähig sind, wenn ihre interne
Komplexität in etwa der Komplexität ihrer Umwelt entspricht. Folglich existiert ein Optimum,  welches die Überlebenschancen verbessert.
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Der gesamte Artikel ist erschienen im Managementkompass 01/23 des FAZ-Instituts und Sopra Steria
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Gender Gap

03.2023 / Eine Frau muss ein Mann sein, um Karriere zu machen

Anlässlich des Weltfrauentages möchte ich an die Studie unserer Arbeitsgruppe erinnern. Sie heißt „Eine Frau muss ein Mann sein, um Karriere zu machen“. Es handelt sich dabei um eine weltweit einzigartige Studie, die Frauen und Männer in ihrem Karriereverlauf vergleicht. Aus Datensätzen von Absolventinnen und Absolventen der Wirtschaftsuniversität Wien habe ich „virtuelle Zwillinge“ zusammengestellt, die sich in nichts voneinander unterscheiden als in ihrem biologischen Geschlecht. Studium, Abschlussnoten, Soziale Herkunft, Persönlichkeitsfaktoren, berufsbezogene Ziele, Führungsmotivation, Karrieretaktisches Verhalten und so weiter stimmten überein. Der Wunsch nach Karriere war gleich hoch. Aber die Frauen machten keine Karriere. Nach wenigen Jahren waren sie von den Männern überholt, die exakt genauso qualifiziert und motiviert waren wie sie. Dieser Einfluss des Karriereverlaufs wird in der Diskussion um den Gender Pay Gap immer wieder vergessen. Selbst wenn im gleichen Job das gleiche gezahlt werden würde – was selten der Fall ist – erreichen Frauen – bei gleicher Qualifikation und gleicher Motivation und Verzicht auf Kinder – nicht die Positionen, die Männer erreichen.
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Ambiguität der VUKA-Welt

07.2022 / Zeitschrift für systemische Therapie und Beratung

Im aktuellen Heft der Zeitschrift für systemische Therapie und Beratung gibt es einen Beitrag unserer Arbeitsgruppe (Complexion). Der Beitrag heißt „Ambiguität der VUKA-Welt“ und beschäftigt sich damit wie Menschen das Auftreten von Krisen der letzten Jahre erleben. Das populäre Akronym VUKA – volatil, unsicher, komplex, ambig greift dieses Erleben als semantischen Container auf und wird mittlerweile auch in wissenschaftlicher Literatur rezipiert. Es ist mit Blick in die Literatur festzustellen, dass weder das Akronym als solches noch die einzelnen Termini einheitlich definiert werden. Daher unternimmt unser Artikel den Versuch, die Einzelbegriffe vor dem Hintergrund der wissenschaftlichen Disziplinen, denen sie entstammen, einzuordnen, sowie Gemeinsamkeiten und je eigene Spezifika herauszuarbeiten. Während die Konstrukte der „Volatilität“ und der „Komplexität“ eher den hard sciences zuzuordnen sind, Prognosegrenzen markieren und objektivierbar sind, entstammen die Konstrukte der „Unsicherheit“ und der „Ambiguität“ der Psychologie und rekurrieren auf das Erleben – bleiben somit subjektiv.
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Wenn es nicht komplex wäre, bräuchte es kein Management

03.2022 / Guido Strunk, Lilly Wagner, Amanda Dunkel-Grimus, Susanne Payr-Praschak

Das neue Buch ist da! Es ist ein Arbeits- und Tagebuch.
Wo, wenn nicht im Management, hat man es tagaus, tagein mit der Bewältigung von Komplexität zu tun? Das Arbeits- & Tagebuch zum Management in einer immer komplexer werdenden Welt unterstützt Sie dabei.
Zur Buchvorstellung ...

   

Mit Komplexitätsforschung die Welt retten

02.2022 / IQ - Wissenschaft und Forschung

In der Sendereihe "IQ - Wissenschaft und Forschung" von Bayern 2 findet sich ein neuer Beitrag mit dem Titel "Vernetztes Denken - Wie Komplexitätsforscher die Welt retten wollen". Darin enthalten ist auch ein Interview mit Guido Strunk. Der Beitrag steht online in der ARD-Audiothek.

   

F.A.Z.-Ökonomenranking

09.2021 / Frankfurter Allgemeine Zeitung

Die Frankfurter Allgemeine Zeitung benennt "Deutschlands einflussreichste Ökonomen" und fragt dabei "Wer hat Gewicht in Medien, Forschung und Politik?" Guido Strunk findet sich dieses Jahr erstmals auf der Liste (namentlich genannt in der Kategorie "Wissenschaft"). Er gehört demnach zu den 250 einflussreichsten ÖkonomInnen Deutschlands. Im Bereich Wissenschaft steht er auf Platz 53 der 250 einflussreichsten ÖkonomInnen.
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Free Hugs!

01.2021 / Complexity-Research, Forschung, Lehre, Verlag

Endlich eine Lösung für den gezielten Umgang mit Komplexität - das neue Buch ist da!
Die Welt in der wir leben war immer schon komplex. Sie wird es auch - hoffentlich - immer bleiben. Daher ist es an der Zeit den Umgang mit Komplexität zu lernen.
"Free Hugs" ist ein fundierter Ratgeber zum Management in einer immer komplexer werdenden Welt!
Weiter zur Buchvorstellung ...

Complexity-Research

05.2005 / Wien

Complexity-Research wurde 2005 von Guido Strunk gegründet. Es versteht sich als Weiterführung und österreichische Niederlassung des Forschungsinstituts für Systemwissenschaften (FIS, München - gegründet im Jahr 1996 zusammen mit Günter Schiepek, Hermann Honermann und Zbigniev Kowalik).
Complexity-Research hat es sich zur Aufgabe gemacht Wege aufzuzeigen, die es erlauben mit hoher Komplexität umzugehen. Complexity-Research verfügt über Methoden zur Messung und Visualisierung komplexer Prozesse. Aktuelle Forschungsprojekte entwickeln diese Methoden beständig weiter. Complexity-Research zeigt in Lehre und Beratung Wege zum Umgang mit Komplexität auf und veröffentlicht laufend neue Forschungsergebnisse und Praxisberichte.
Complexity-Research bietet Forschung, Lehre, Beratung und verfügt über einen eigenen Verlag.
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Abbildung: Zeitreihe x aus dem Lorenz-System

Die Abbildung zeigt die Zeitreihe x aus dem Wettermodell mit dem der Meteorologe Edward Lorenz den Schmetterlingseffekt entdeckt hat. Das sogenannte Lorenz-System ist heute eines der bekanntesten chaotischen Systeme und ein Symbol für Chaos und Komplexität.
(Mehr dazu: Strunk, G. & Schiepek G. (2006) Systemische Psychologie)

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